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Das Heidelberger Schloss ist als berühmteste Ruine Deutschlands bekannt. Es steht 80 m über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das gesamte Stadtbild. Im Schloss befindet sich auch das Große Fass. Ursprünglich als Burg errichtet, weiß man heute sonst nur wenig über seine Entstehung. Das Neckartal verengt sich unterhalb und kann dadurch von dieser Stelle aus leicht „beherrscht“ werden. Hier gab es die letzte Furt und später die letzte Brücke vor dem Rheinzufluss. Kurfürst Ludwig III. z. B. brachte als Stellvertreter des Kaisers Sigismunds und als oberster Richter nach dem Konzil von Konstanz im Jahr 1415 den abgesetzten Papst Johannes XXIII. auf das Schloss in Haft. Erst mit Merians Topographia Palatinatus Rheni aus dem Jahr 1615, in der Kurfürst Ludwig V. als derjenige genannt wird, der „vor hundert und etlichen Jahren hat ein neu Schloss angefangen zu bauen“ gibt es erstmals eine recht genaue Beschreibung der Schlossanlage. Sie hat da gerade ihre Zeit als Festung hinter sich. Und da war die Geschichte schon fast wieder zu Ende. Denn drei mal wird Schloss und Stadt im 17 Jhdt. erobert und dabei immer wieder zerstört. Und immer wieder renoviert und erweitert. (1622 Tilly im 30jährigen Krieg, 1689 Zerstörung und 1693 erneute Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen). Als danach in Mannheim eine moderne Residenz entstehen sollte, besiegelte 1764 ein weiterer Brand nach Blitzschlag das Los des damals gerade renovierten Schlosses. Es wurde aufgegeben und die Ruine als Steinbruch (Baumaterial) für das neue Schwetzinger Sommerschloss und später für die Heidelberger Bürger verwendet.
Bis im 19. Jahrhundert Graf Graimberg (um 1830),Victor_Hugo (1842), William Turner (mehrfach zwischen 1817 und 1844) und Mark Twain (1878) das Motiv der traurigen, aber majestätischen Schlossruine vermarkten. Vorausgegangen war die deutschlandweite Empörung gegen die napoleonische Unterdrückung. August von Kotzebue äußerte sich in diesem Sinn. Das zerstörte Schloss wurde zum Sinnbild für patriotische Gesinnung. Den entscheidenden Schub erhielt der Heidelberg-Tourismus mit dem Anschluss Heidelbergs ans Eisenbahnnetz im Jahr 1840. Die Hotels am Bahnhof boomen. Nach den reichen Russen und Engländern im 19. Jhdt. kommen zu Beginn des 20 Jhdt.s immer noch viele Amerikaner, die zum Auslandsstudium Europa aufsuchen, ins romantische Heidelberg.
Die Gebäude: Um einen leicht abschüssigen rechteckigen Hof stehen unterschiedlich alte mehrstöckige Schlossgebäude (Romanik, Gotik bis Renaissance). Die fünf Türme sind nur noch Ruinen. Ein ehemaliger Glockenturm grüßt ins Tal. Dorthin, bis weit über die Rheinebene, schauen die Besucher vom Altan (fürstlicher Balkon). Und wer vom Tal hochschaut, sieht das Blinken der renovierten Fenster im Ludwigsbau. Der ehemals strenge Garten um das Schloss geht mit mancherlei romantischen Verzierung (Grotten, Terrassen) direkt in den Wald das Königstuhls über.
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